Willkommen im Venezianischen Karneval 2014!

 

Dieses Jahr waren wir wieder 7 Tage in Venedig (vom 25.02.-4.03.). Der Hinflug von Stuttgart aus mit airberlin verlief reibungslos, und bei einer Flugzeit von gerade einmal 45 Minuten erscheint es einem wie ein Katzensprung in eine andere Welt. Auch mit dem Gepäck hatten wir Glück. Ich hatte durch mehrmaliges Abwiegen und Umverteilen meinen Koffer mit exakt 23 Kilo am Schalter aufgegeben. Stiefel und Hut des goldenen Kostüms (wir bezeichnen es auch als das "große Kostüm") hatte ich Handgepäck dabei. In der kleinen Airberlin-Propellermaschine in der ein 1,90 Mensch wie ich eh seine Probleme hat, habe ich das ganze dann einfach auf meinen Schoß genommen. Beim Hinflug wurde dies akzeptiert, beim Rückflug gabs Ärger: "So könnte ich nicht sitzen!" Ich antwortete mit einem Lächeln: "Es ist Karneval!" Freundlicherweise wurde meine Tasche im hinteren Flugzeugteil verstaut, und ich bekam sie erst nach der Landung wieder. Airberlin ist da  ziemlich kulant. Mit uns flogen auch schon verzweifelte Kostümträger im kompletten Rokoko-Outfit. Wenn man in der Schlange mit den Karnevalsverrückten in Stuttgart oder Venedig Flughafen steht, muß man oft schmunzeln, wie kreativ da manche mit dem Verpacken ihrer Kostümteile sind.

In Venedig angekommen, hatte dann Gisela auf dem Weg zum Alilaguna (Schiff vom Flughafen nach Venedig) Probleme mit ihrem Koffer, dessen Rollen sich verbogen und der schier auseinander brach. Schon beim Check-in in Stuttgart war mir aufgefallen, daß ihr Koffer ungewöhnlich schwer war. Fast vier Kilo mehr als sonst. Dabei hatte sie kein neues Kostüm dabei...Im Hotel endlich angekommen klärte sich dann alles auf: "Die Gräfin" hatte ihren Koffer zuvor auch für den Flohmarkt in Stuttgart zum Transportieren genutzt und hatte vergessen ca. 4 Kilo an Büchern vor dem Ablug aus dem Koffer zu nehmen. Tja! Wir überlegten dann, ob wir nicht Flohmarkt mit den Büchern in Venedig machen sollten. Letztlich hat Gisela sie dann wieder mit nach Stuttgart geschleppt...die Bücher haben also zwei Mal die Alpen überflogen.

Kaum angekommen und ausgepackt, warfen wir uns auch sogleich in Schale, um uns mit Bekannten aus Stuttgart zu treffen. Gabriele, eine begnadete Hobbyfotografin, machte dann die ersten Bilder im neu getunten Rokoko-Outfit von uns. Ich hatte in Stuttgart nen halben Modeschmuckladen leer gekauft und mir die Klunker von Gisela ans Kostüm nähen lassen. Mit diesem "Aufbrezeln" hatte ich dann auch genau die 23 kg-Marke erreicht. Noch mehr Pracht wäre also gewichtmäßig-koffermäßig nicht gegangen. Da sind wir halt leider in unserer Kreativität etwas eingeschränkt.

      

                                                                                               Fotos von Gabriele am Dienstag, 25.02.2014

Mit dem Wetter hatten wir diesmal nicht so Hundertprozentig Glück wie die Jahre zuvor ("always blue sky"sagte einmal die Bedienung im Hotel Mercurio beim Frühstück zu uns...seitdem sagen wird das jedesmal, wenn der Himmel in Venedig azurblau ist). Am Samstag wurde es sehr naß: Wasser von oben und unten. Oben Regen und unten "aqua alta". Wir machten daraus einfach einen "Kunsttag" und besuchten Galerien. Am Abend hatte der Regen nachgelassen, und wir fuhren mit nur 4 weiteren Passagieren mit einem Gratis-Vaporetto zur Party ins Arsenale, wo in den Halllen im Trockenen gefeiert wurde. Wir waren drei mal dort und jedesmal restlos begeistert, von den illuminierten Wasserspielen und dem Feuerwek, welches die Geschichte des Arsenale erzählte. In den Hallen gab es dann faszinierend mystische shows mit Artisten auf Stelzen, Tänzern und Musikern: Nach der Fahrt mit dem Boot wurde man am Arsenale Ufer von einer Kapelle empfangen und Ständen mit venezianischen Leckerein. Dann begann auch schon die show zur Geschichte des Arsenale. Ein Sprecher erzählte auf italienisch die Chronologie, visualisiert wurde dies zunächst durch Schattenprojektionen auf einem weißen Zeltboot und das ganze endete dann mit den triumphalen Fest zum Anlaß des Sieges über die Türken mit fabig illuminierten Wasserspielen  im Rythmus der Musik, Feuersäulen und einem gigantischen Feuerwerk. Schon da war man trotz Kälte ziemlich geflasht. Noch bevor man das verarbeitet hatte, kamen uns weiße Flügelwesen auf Stelzen entgegen. Diese breiteten gespenstisch ihre Flügel aus und warfen große Schatten auf die Backsteinwände der Arsenalehallen. Doch plötzlich begannen ihre Schwingen hell zu ertrahlen. Die Märchenwesen begannen mit den Zuschauern zu interagieren...mischten sich unter sie und tanzten zur Musik. Dann nach einer Weile versammelten sie sich wieder und bewegten sich in eine bestimmte Richtung. Wir begriffen, daß wir ihnen folgen sollten. Sie leiteten uns in eine der großen Hallen, begannen sich dort wieder zu verteilen und erneut zur Live-Musik zu tanzen.

 

Kurzer Youtube-Film über den Arsenale-Event unter: http://www.youtube.com/watch?v=MIZiJ1IdRh4

Plötzlich blieben die Flügelwesen in einer Reihe stehen und schienen etwas mit ihren großen weißen Schmetterlingsflügeln zu verbergen oder zu schützen. Dann breiteten alle ihre Schwingen weit aus und aus den Flügeln erschienen weiße Tänzer, welche an Seilen befestigt waren. An jedem Ende eines Seiles stand ein Seilzieher, welcher den jeweiligen Artisten hoch zog oder auch wieder herunter ließ. Somit konnte jeder Tänzer schweben, abheben und fliegen und erschien dem Zuschauer zu einer wunderschön,märchenhaften Musik leicht und schwerelos. 

 


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